Erziehen bedeutet aus den Menschen das Beste hervorholen; gemeinsam mit den jungen Menschen unterwegs sein, bis sie den eigenen Weg gefunden haben; bis sie das sein können, was sie sind; bis sie selbst eine Antwort auf ihre Berufung geben können.

Josef Mayr-Nusser weiß sehr gut, dass Erziehung nicht nur mit Worten geschieht.

„Der heutige Mensch hört lieber Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind.“ (Paul VI).

„Um uns ist Dunkel. Das Dunkel des Unglaubens, der Gleichgültigkeit, der Verachtung, vielleicht der Verfolgung. Dabei sollen wir Zeugnis geben und durch das Licht Christi dies Dunkel überwinden, trotz aller Angriffe, bei allem Ungehört- und Unbeachtetsein.

Zeugnis geben ist heute unsere einzige, schlagkräftigste Waffe. Seltsam genug. Nicht Schwert, nicht Gewalt, nicht Geld, nicht einmal der Einfluss geistigen Könnens, geistiger Macht, nichts von all dem ist uns als unerlässlich geboten, um die Herrschaft Christi auf Erden aufzurichten. Etwas ganz Bescheidenes und doch viel Wichtigeres hat uns der Herr geboten: Zeugen zu sein.

Zunächst gar nicht Zeugen des Wortes, auch nicht Zeugen der Tat. Es kann oft geraten sein zu schweigen; es kann oft die beste Handlung verdreht werden. Immer aber sollen und müssen wir Zeugen sein. Dieses schlichte, einfache Sein. Das ist das größte Zeugnis!“

(„Zeugen seiner Herrlichkeit“, Artikel in der „Jugendwacht“, 15.01.1938)

Josef Mayr-Nusser

Anregungen für heute:

Wer hat in meinem Umfeld Zeugnis gegeben oder gibt es immer noch?

Wozu ermutige ich andere Menschen mit meinen alltäglichen Entscheidungen?

Welche Rolle spielt für mich die Stille inmitten der vielen Stimmen des Alltags?

„Eine kananäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Doch sie kam fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihres Herrn fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.“ 

Mt 15,22.25-28​

Lehramtliche Texte

Apostolisches Schreiben „Evangelii nuntiandi von Paul VI. vom 8.12.75: „Für die Kirche ist das Zeugnis eines echt christlichen Lebens mit seiner Hingabe an Gott in einer Gemeinschaft, die durch nichts zerstört werden darf, und gleichzeitig mit einer Hingabe an den Nächsten in grenzenloser Einsatzbereitschaft der erste Weg der Evangelisierung, „Der heutige Mensch“, so sagten wir kürzlich zu einer Gruppe von Laien, „hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind“.“


Lumen gentium“: Die dogmatische Konstitution über die Kirche (2. Vaticanum): „Sache der Laien ist es, kraft der ihnen eigenen Berufung in der Verwaltung und gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen. Sie leben in der Welt, das heißt in all den einzelnen irdischen Aufgaben und Werken und den normalen Verhältnissen des Familien- und Gesellschaftslebens, aus denen ihre Existenz gleichsam zusammengewoben ist. Dort sind sie von Gott gerufen, ihre eigentümliche Aufgabe, vom Geist des Evangeliums geleitet, auszuüben und so wie ein Sauerteig zur Heiligung der Welt gewissermaßen von innen her beizutragen und vor allem durch das Zeugnis ihres Lebens, im Glanz von Glaube, Hoffnung und Liebe Christus den anderen kund zu machen.“

Ad gentes: Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche (2. Vaticanum): „Denn es muss in ihnen der neue Mensch erscheinen, der nach Gottes Bild in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit geschaffen ist.“

Links

Orte der Stille, Exerzitien, usw.: Link

Unterrichtsvorschläge, Literaturliste - Link

Ausstellung der Rollups

Es gibt zwei identische Ausstellungen mit 10 Rollups, die über das Leben und die Aktualität von Josef Mayr-Nusser informieren.

Hier erhalten Sie zusätzliche Informationen zur Ausstellung.

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